
Interview mit Bodo Janssen, Geschäftsführer Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG

Die Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG mit Sitz in Emden beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und ist mit derzeit rund 50 Hotels und Ferienwohnanlagen führender Ferienanbieter im Drei- bis Fünf-Sterne-Segment an der Nord- und Ostsee. Sie haben diesen Wachstumskurs mit stark qualitativer Prägung Ende 2008 eingeleitet.
Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Die Abkehr von der klassischen Betriebswirtschaft hin zu einem kybernetischen, d. h. ganzheitlichen Führungs- und Managementansatz. Die Gewinnmaximierung steht somit nicht im Mittelpunkt unseres Handelns, sondern ergibt sich aus der Orientierung der Mitarbeiter auf eine ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit ihres Wirkens. Dies wiederum führt zu zielorientierten und reibungsloseren Prozessen und Projektverläufen und damit zu einer langfristig höheren Wirtschaftlichkeit.
Verraten Sie uns ein wenig über Ihre eigenen Zukunftsvisionen?
Wenn ich irgendwann in den Ruhestand gehe, dann möchte ich eine Geschichte erzählen können, eine Geschichte von glücklichen Menschen und Mitarbeitern.
Ein Großteil Ihrer Hotels und Ferienwohnanlagen liegt in der JadeBay-Region. Was schätzen Sie gerade an dieser Region, was verleiht ihr ein Alleinstellungsmerkmal? Gibt es etwas, das auch die hier lebenden Menschen besonders auszeichnet?
Die Menschen in dieser Region zeichnet das aus, worauf es in Zukunft stärker ankommen wird: Ruhe, Klarheit und Ordnung und das in Verbindung mit einer authentischen Herzlichkeit. Die Jadebay-Region wird wegen Ihres ökonomischen und ökologischen Profils und insbesondere auf Grund der andernorts begonnenen exponentiellen Entwicklung eine besondere Stellung einnehmen. Ich persönlich verbinde mit der Jadebay-Region den Wert Freiheit.
Sie engagieren sich persönlich und als Unternehmen stark im sozialen Bereich. So machen Sie sich für die Region stark und übernehmen unternehmerische Verantwortung.
Mit ihrem Projekt „Der Norden tut Gutes“ geht die Upstalsboom-Gruppe unter Ihrer Leitung bei ihrem sozialen Engagement neue Wege.
Wie genau sieht dieses Projekt aus, warum haben Sie es initiiert und welche Ziele verfolgen Sie damit?
Es ist wichtig, dass Unternehmen über ihren betriebswirtschaftlichen Tellerrand hinausschauen und sich als verantwortungsbewusster Teil der Gesellschaft verstehen. Wir setzten damit auch ein Zeichen gegen den unter anderem durch die Finanzkrise entstandenen Vertrauensverlust in das System der sozialen Marktwirtschaft. Im Rahmen unseres Projektes „ Der Norden tut Gutes“ haben alle rund 600 Upstalsboom-Mitarbeiter an 20 Standorten aktiv Kindergärten, Schulen, Lesenester, Hospize und andere soziale Einrichtungen einen Tag lang unterstützt. Uns war und ist es wichtig, nicht nur Spenden zu übergeben sonder persönlich „Flagge“ zu zeigen. Die Übergabe eines Schecks macht, neben dem Nutzen für die Empfänger, oft nur den Überbringer zu einem, im eigentlichen Sinn des Wortes, angesehenen Menschen. In unserem Projekt haben wir die Erfahrung gemacht, dass alle am Projekt Beteiligten zu angesehenen Menschen geworden sind. Wenn ein Kind einem Mitarbeiter sagt, dass dies der schönste Tag in seinem Leben war, dann wirkt das positiv.
Mit diesem Projekt werden wir bewusst ein umfassendes und aktives Engagement unserer Mitarbeiter für soziale und kulturelle Zwecke als festen Bestandteil unserer Unternehmenskultur ausbauen und langfristig verankern.
Wenn jedes Unternehmen in Deutschland seinen Mitarbeitern nur einen halben Tag pro Monat Zeit für soziale Themen gibt, dann steigen die positiven Folgen ins nahezu unermessliche.
Warum ist Ihrer Einschätzung nach die JadeBay-Wachstumsregion auch für expandierende Unternehmen und potentielle Investoren anderer Branchen attraktiv und was für eine Zukunft können Sie sich für die JadeBay-Region sowohl für die Bewohner als auch für potentielle Investoren vorstellen?
Die 34 jährige Devise von Upstalsboom, dort zu arbeiten, zu wohnen und zu investieren, wo andere Menschen Urlaub machen, hat sich bewährt.
Welche Wünsche haben Sie an die Wirtschaft und andere potentielle Partner in der JadeBay-Region, und was sind besonders dringende Handlungsfelder, die aus Ihrer Sicht zu bearbeiten sind?
Die Jadebay GmbH deckt meiner Wahrnehmung nach alle dringenden Handlungsfelder ab. Grundsätzlich habe ich den Wunsch an alle Beteiligten, sich mit der Gesamtheit unserer Region zu beschäftigen und partiell auf individuelle Vorteile zu Gunsten der Gesamtheit zu verzichten. Wenn jeder nur für sich das Beste möchte, kommen wir in der Gesamtheit nicht weiter.
Welche Wünsche und Anregungen würden Sie einem Standortmanagement für die Jade Bay Region mit auf den Weg geben?
Dass das Standortmanagement es versteht, das Bewusstsein aller am System Beteiligten dafür zu schärfen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Überdies ist es meine Anregung, sich wirksamer Instrumente im Umgang mit Komplexität zu bedienen, die die Anforderungen erfüllen, die wechselseitigen Beziehungen der Faktoren eines gesamten Wirkungsgefüges zu veranschaulichen - namentlich möchte ich hier das Sensitivitätsmodell nach Prof. Vester nennen.
Der JadeWeserPort rückt die Region in einen internationalen Fokus. Sehen Sie sich als ein Partner, der im Verbund mit anderen in der Region im Sinne unserer neuen, künftigen Internationalisierung tätig werden kann. Gemeinsam mit uns zum Beispiel?
Für den Tourismus verläuft die Internationalisierung in etwas kleineren Schritten, dennoch sind wir natürlich gern dabei und sehen uns als Partner.

jade-bay.com
