
Interview mit Herrn Sperling, Geschäftsführer Sperling GmbH & Co. Behälter- und Apparatebau KG

Die Sperling GmbH & Co. Behälter- und Apparatebau KG ist seit 1975 am Markt. Mit welchen Produkten ist Ihr Unternehmen gestartet und welche Produkte umfasst Ihr Angebot heute?
Wir haben 1975 mit dem Druckbehälterbau für den deutschen Markt angefangen. Aufgrund der Erfahrungen meines Vaters sowie der Mitarbeiter wurden wir schnell bekannt für Schweißaufgaben mit speziellen Werkstoffen, die zum damaligen Zeitraum z.B. in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wurden. Über diese Möglichkeiten sind wir 1978 in unseren zweiten Geschäftsbereich, die Schienenverkehrstechnik eingestiegen. Hier war durch den Neubau von Waggons ein Bedarf an geschweißten Kupferbehältern für die Toiletten- und Waschwasserversorgung vorhanden. Im Zuge der Zeit wurden die Zulassungen unseres Unternehmens kontinuierlich erweitert, sodass wir heute in beiden Geschäftsbereichen Produkte für den weltweiten Einsatz herstellen können. In der Schienenverkehrstechnik haben wir unsere Fähigkeiten um die Wasserver- und Entsorgung vertieft und sind heute für diese Komponenten Marktführer in Deutschland. Der Apparatebau wurde mit Erlangen der europäischen Zulassung sowie der Zulassung nach amerikanischem Regelwerk so ausbaut, das wir heute in der Lage sind unsere Produkte International anbieten zu können.
Seit Juli 2008 sind Ihre Fertigungshallen in Elsfleth in Betrieb. Welche Anforderungen haben Sie an einen neuen Fertigungsstandort gestellt und wie sind Sie auf Elsfleth gestoßen?
Mit der zunehmenden Ausrichtung auf den weltweiten Bedarf sind auch die Anforderungen an die Infrastruktur bezüglich der Größe und Gewichte der Behälter gestiegen. Diese Anforderungen waren an unserem vorherigen Standort nicht in dem wünschenswerten Maße zu erfüllen, sodass wir ein Hauptkriterium für einen neuen Standort aufgestellt haben: direkter Wasserzugang. Des weiteren sollte eine Mindestgröße des Areals vorhanden sein, damit zukünftige Erweiterungen möglich sind. Im Zuge der Standortsuche sind wir mit Hilfe von Ortskenntnissen und Satellitenansichten im Computer auf die Suche nach Freiflächen gegangen und haben dann mit Hilfe von KomSIS deren Verfügbarkeit geprüft. Darüber sind wir auf zwei Standorte im nördlichen Weser-Ems-Gebiet gestoßen, wovon Elsfleth aufgrund der Größe des Areals und der Ausweisung als Industriegebiet den Vorteil hatte.
Sie vermarkten Ihre Produkte weltweit. Wie viel Einfluss hatte diese internationale Ausrichtung auf Ihre Standortwahl?
Die internationale Ausrichtung hat zur Folge, das die Größe und das Gewicht der Apparate Ausmaße erreichen, die einen Straßentransport der fertiggestellten Einheiten teilweise unbezahlbar machen. Daher war die Anbindung an das Wasser als direkte Folge daraus das ausschlaggebende Kriterium bei der Standortwahl. Die positiven Reaktionen unserer Kunden auf den neuen Standort hat uns hierin bestärkt.
Ihr Unternehmen entwickelt Produkte und Verfahren selbst. Sind Sie im Bereich der Innovationen in der Jade Bay Region vernetzt oder ist der Bereich der Entwicklung unabhängig vom Standort?
Die Entwicklung in unserem Hause ist unabhängig von unserem Standort. Die Vernetzungen in diesem Bereich sind Bundesweit, teilweise aber auch in der ganzen Welt vorhanden. Es zeigt sich aber, das die Vernetzung in der Jade Bay Region immer mehr Anstöße in den Entwicklungsbereich bringt.
Hat Ihr neuer Standort in der Jade Bay Region Ihre Erwartungen / Anforderungen erfüllt? Welche Wünsche und Anregungen würden Sie einem Standortmanagement für die Jade Bay Region mit auf den Weg geben?
Nachdem der Umzug und die nachfolgenden Nacharbeiten im Jahr 2009 abgeschlossen wurden, können wir sagen, das unsere Anforderungen und Erwartungen an den neuen Standort im Großen und Ganzen erfüllt wurden. Es sind noch einigen Potenziale vorhanden, die in einer Verbesserung der umliegenden Infrastruktur zu sehen sind. So ist es wünschenswert, das auch dezentrale Industriegebiete mit trimodalen Möglichkeiten stärker in die Planung mit einbezogen werden und damit Verbesserungen im Zugang zum Wasser, zur Schiene und zur Straße gegeben werden. Gerade die von uns praktizierte Stückgutverladung, teilweise aufgrund der Größe unverpackt, ist in großen Hafenanlagen mit hauptsächlich Containerbetrieb in der Regel mit hohem Aufwand verbunden.

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