Jadebay-Qualimare-Veranstaltung

Das Problem der fehlenden Nachwuchs-, Fach- und Führungskräfte in unseren küstenorientierten Standorten vom JadeWeserPort bis zur Unterweser ist allen Verantwortlichen in den Handwerksbetrieben und Unternehmen umfassend bekannt.

Im Rahmen ihrer Arbeit im JadeBay-Qualimare-Projekt veranstalteten die Projektverantwortlichen von Zeit & Service, aus der Wesermarsch, Klaus Rieger und Joe Keller, jetzt im Wattenmeerhaus in Wilhelmshaven (UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer) einen Workshop zu diesem Thema.

Die geladenen Referenten beleuchteten allerdings dieses Thema aus der Unternehmersicht eher kritisch. Die Inhaber des Unternehmens „Employer Branding" aus Bremen, Nicolas Scheidtweiler und Michael Schütz, wurden dabei unterstützt vom Autor des Buches „Mythos Fachkräftemangel", Martin Geadt.

Bevor Martin Geadt seinen Bogen von dem angesprochenen Fachkräftemangel zum veränderten Anforderungsbild der Unternehmen spannte, verdeutlichten die Vortragenden Schütz und Scheidtweiler die möglichen komplexen Strategien, um diesem Problem effektiv und erfolgreich als Unternehmen begegnen zu können. Vor den anwesenden Unternehmensvertretern aus der gesamten JadeBay-Region mit den Kommunen Wilhelmshaven, Wittmund, Friesland und Wesermarsch stellten sie in ihren Impulsvorträgen deutlich die oftmals fehlende Strategie der Unternehmen in den Vordergrund. Diese werden nicht immer als Arbeitgebermarke wahrgenommen. Ihre Analyse, Ziele, Positionierung und Anreize für die zukünftigen Mitarbeiter sind nicht selten unklar formuliert. Wenn ein Unternehmen es schafft, durch konsequente und aufeinander aufbauende Maßnahmen eine aktive Kommunikation mit den Bewerbern zu erreichen, dann haben sie mehr geschafft als viele Mitbewerber auf dem Arbeitsmarkt.

Scheidtweiler beleuchtete in seiner Darstellung konkrete Fragestellungen wie: „Wie kommunizieren Jugendliche heute?", „Wie lassen sich diese erreichen?", „Woran scheitert die Kommunikation mit potentiellen Azubis?". Er machte deutlich, dass es oftmals das Unverständnis seitens der Unternehmen ist, durch welches eine Kommunikation und eine erfolgreiche Suche verhindert wird. Oftmals werden nur die klassischen Kanäle wie Zeitungsanzeigen und - wenn überhaupt - die Unternehmens-Website oder die Vermittlung der Agentur für Arbeit genutzt.

Er stellte in seinem Vortrag deutlich bessere Möglichkeiten der Kommunikation bei der Suche nach Mitarbeitern und Auszubildenden vor. Dieses könnte nach seiner Meinung die aktive und gezielte Ansprache über die sozialen Netzwerke sein. Natürlich gehören bei den Fach- und Nachwuchskräften aber auch die Schulen dazu. Auf den Webseiten der Unternehmen sollten die Stellenangebote auch in kleinen Videoclips dargestellt werden. Diese anzuschauen fällt den Jugendlichen oftmals leichter als eine schriftliche Formulierung nachzuvollziehen. Ein Video gibt eine umfängliche Darstellung des Berufsbildes und schafft die emotionale und bildliche Darstellung der vereinfachten Informationen.

Den dynamischen Abschluss der Darstellung durch die Referenten bildete Martin Geadt. Der Autor und gefragte Redner auf unterschiedlichen Fachkräfteforen stellte sehr nachhaltig dar, dass er die Unternehmen in der Pflicht sieht Netzwerke zu bilden. Nur so können sie effizient Mitarbeiter gewinnen. Er macht deutlich, die Unternehmen müssen „von ihrem hohen Ross herunter kommen". Fragen an die Unternehmen: „Was bieten Sie mir?" sind mittlerweile absolut korrekt.

Die anwesenden Unternehmen bekamen Kenntnisse über die anstehenden Herausforderungen und Lösungen in Zeiten des Nachwuchs- und Fachkräftemangels vermittelt. Die Kernaussage der Veranstaltung „Unternehmen müssen bei der Suche aktiv werden", soll in diesem Herbst ab Oktober in unterschiedlichen Workshops in der JadeBay-Region weiter praxisnah vertieft werden.

Recruiting via Facebook oder Youtube und die Entwicklung einer Arbeitgebermarke sind nur einige der, von den Anwesenden gewünschten, Themen. Die Veranstalter werden alle interessierten Unternehmen rechtzeitig über Ort und Zeitpunkt dieser Veranstaltung informieren.