Erfolg kennt kein Alter - Umgang mit demografischen Entwicklungen in Unternehmen
Prof. Dr. Frerich Frerichs referierte beim 2. JadeBay-Netzwerkabend 2017 in Jever

Ab wann gilt man eigentlich als alt? Wie können Betriebe dafür sorgen, dass ihre älteren Mitarbeiter motiviert und gesund bleiben? Und wie gelingt eine alterssensible Führung und Personalpolitik? Diese und weitere Fragen gehören zur Forschungsarbeit des Gerontologen Prof. Dr. Frerich Frerichs von der Universität Vechta. Ihn hatte die JadeBay GmbH am Donnerstag den 18. Mai zum 2. Netzwerkabend 2017 in den Schützenhof geladen.

Rund 60 interessierte Netzwerkpartner – Unternehmer und Bündnispartner von Kammern und Verbänden folgenden der Einladung. Mit seinem Vortrag „Demografischer Wandel und alternsgerechtes Personalmanagement - Herausforderungen und Chancen für die Betriebe“, vermittelte Prof. Frerichs auf der Grundlage des derzeitigen Forschungsstandes Eckpunkte für die Gestaltung eines demografiesensiblen Personalmanagements.

„Die schon jetzt spürbaren Veränderungen in der Altersstruktur des Erwerbspersonals und der Belegschaften erfordern dringend eine Berücksichtigung schon in der heutigen Personal- und Arbeitspolitik“, sagte Prof. Dr. Frerichs. Gesundheit, Qualifikation und Motivation seien die Stellschrauben, die Arbeitgeber hierfür nutzen können. Gleichzeitig wird es für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen und Betriebe darauf ankommen, nicht nur aktuelles Wissen von jüngeren im Austausch mit Älteren einzuspeisen, sondern auf einen gesunden Mix aus älteren und jüngeren Beschäftigen zu setzen, um das Erfahrungswissen älterer nutzbar zu machen.

Fest stehe laut seiner Forschung, so Prof, Frerichs, dass es keinen oder nur einen sehr geringen Zusammenhang zwischen kalendarischem Alter und der persönlichen Produktivität gäbe. Ein umfassendes betriebliches gesundheits- und Altersmanagement sei dennoch erforderlich,  um die Arbeits- und Leistungsfähigkeit alternder Mitarbeiter im Erwerbsverlauf zu fördern und zu erhalten. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, flexible Arbeitszeit- und Personalplanungsmodelle, Gesundheitsangebote wie Stressbewältigungs- und Spätprogramme, aber auch eine alterssensible Führung seien richtige Schritte. Zu letzterer gehöre auch, den Arbeitnehmern zu signalisieren, dass sie ganz sicher nicht zum alten Eisen gehören, auch wenn sich der Arbeitsplatz durch das eine oder andere altersbedingte Problem verändere. „Es gibt keinen goldenen Weg.“, so die Aussage von Prof. Frerichs zum Ende seines Vortrags. Der eigene Weg müsse je nach Branche und Betriebsgegebenheiten gefunden werden. Eine Kooperation z.B. mit der Demografieagentur sei dabei hilfreich.

Ein informativer Abend über die Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels im Arbeitsleben: v.l. Dr. Thomas Hildebrandt (IHK Oldenburg), Prof. Dr. Frerich Frerichs (Lehrstuhl für soziale Gerontologie und Lebenslaufforschung an der Uni Vechta), Elke Schute (JadeBay), Frank Schnieder (JadeBay).